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Vorübergehende Schließung des Südschwäbischen Archäologiemuseums (Mindelheim)

Das Südschwäbische Archäologiemuseum in Mindelheim ist in die Jahre gekommen. Seit Mitte Juni hat das Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung (ASM) daher für die Öffentlichkeit geschlossen. Die Sanierung wird vorangetrieben. Hinter den Kulissen arbeitet das Team der ASM auf Hochtouren.

Das Südschwäbische Archäologiemuseum in Mindelheim, eines von acht Zweigmuseen der Archäologischen Staatssammlung, war mehr als 30 Jahre im malerischen Jesuitenkolleg (17. Jahrhundert) beheimatet. Es gab Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die Besiedlungs- und Kulturgeschichte der Region von der Erdgeschichte bis ins frühe Mittelalter.

Größtes Objekt war eine Nachbildung der jungsteinzeitlichen Siedlung von Pestenacker. Für die Ausstellung war eigens der Boden eines 5.500 Jahre alten Wohnstallhauses in Originalgröße abgeformt und ins Museum eingebracht worden. 

Entsprechend aufwendig gestaltet sich nun auch der Auszug. Ganze zwölf Personen sind damit befasst: ein Archäologe, ein Numismatiker, neun Restauratorinnen und Restauratoren sowie ein Techniker. Neben der Demontage bzw. Entnahme und Verpackung von Objekten und damit verbundener logistischer Arbeit fallen zahlreiche weitere Aufgaben an, so der Abgleich von Inventarnummern, das Vorbereiten von Transportkonstruktionen u.a. 

Eine besondere Herausforderung stellt - nicht zuletzt ob des sommerlichen Temperaturrekordes - das hölzerne Wasserbecken der frührömischen Siedlung auf dem Auerberg dar. Hier gilt es, die einzelnen Bretter zu kartieren und etikettieren, um das Objekt auch in Zukunft wieder ordnungsgemäß aufbauen zu können. Verpackt wird dementsprechend jedes Brett einzeln! Weitere Zeugnisse der Ausgrabungen der Siedlung, u. a. der Nachbau eines Reisewagens und die Apsis des Badegebäudes der Villa rustica von Schwangau, müssen ebenfalls akuten Sanierungsmaßnahmen weichen und finden ein neues Zuhause in den Depots der Archäologischen Staatssammlung. 

Das Südschwäbische Archäologiemuseum galt als feste Größe innerhalb der Museen im Mindelheimer Kolleg, wo es von der Archäologischen Staatssammlung zusammen mit dem Landkreis Unterallgäu und der Stadt Mindelheim betrieben wurde. Neben der Präsentation bedeutender archäologischer Funde war das Museum gerade auch als zentrale Einrichtung für außerschulisches Lernen im Landkreis und darüber hinaus beliebt. Zahlreiche museumspädagogische Angebote und Programme zogen Schülerinnen und Schülern ins Kolleg, wo im Rahmen von Hands-on-Führungen, Projekttagen und Mitmachaktionen Kinder und Jugendliche erstmals mit Archäologie und Geschichte in Berührung kamen. Die Verbindung von originalen Fundstücken, anschaulicher Vermittlung und praktische Erfahrungen machte den Museumsbesuch zu einem nachhaltigen Erlebnis. 

Die Schließung der bisherigen Ausstellungsräume bedeutet nicht das Ende der archäologischen Präsenz in Mindelheim. Bereits in einigen Monaten wird die Archäologische Staatssammlung im zweiten Obergeschoss des Kollegs ein Interimsmuseum mit Objekten aus der Vorgeschichte, der Römerzeit und dem frühen Mittelalter eröffnen, wo einige der einzigartigen Exponate, u.a. aus dem bekannten alamannischen Ortsgräberfeld von Mindelheim, weiterhin präsentiert werden und die erfolgreiche Vermittlungsarbeit fortgesetzt werden kann. Ein konkreter Starttermin steht derzeit noch aus.

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Download Pressebild (Credit: Nachbildung Pestenacker, Archäologische Staatssammlung)